Von Rolf Martens
Kommentar des Autors. Für die redaktionelle Verbreitung
Die Rezension von Heiner Möllers bleibt leider nebulös, bruchstückhaft und ist in Teilen irreführend oder sogar falsch. Darauf ist im Folgenden einzugehen:
1. Nebulös beim Rezensenten ist, ob der Autor denn überhaupt Kommandant eines Raketenzerstörers war. Was ist mit "abgebrochener Anschlussverwendung" gemeint? Fakt ist, dass der Autor seine tatsächliche Kommandantenzeit ausführlich dargestellt hat. Alle Vorgesetzten haben diese Tätigkeit als erfolgreich beschrieben. Während der Kommandantenzeit wurde der Autor zum Kapitän zur See befördert, nach laufbahnrechtlich frühest möglichem Termin, deutlicher Ausdruck eines positiven Vorgesetztenurteils.
Die Bordzeit dauerte aus Krankheitsgründen 18 statt 21 Monate. Obwohl eine 18monatige Kommandantenzeit nicht ungewöhnlich war, bezeichnet der Autor selbst sie als "unvollendet", da er selbst die lange vorher im Detail geplante USA-Reise nicht mehr selbst durchführen konnte.
2. Dieses Moment nutzt der Rezensent für die Behauptung, der Autor sei in der Folge "ausgefördert" worden - als Berichtigung für seine ursprüngliche Formulierung "mit Landverwendungen auf ein Abstellgleis geschoben." Beides sind nebulöse Andeutungen, die man wohl als Hinweis auf eine beabsichtigte Beendigung des Dienstverhältnisses deuten soll. Richtig ist aber, dass die dem Bordkommando 1981 nachfolgenden operativen Stabsverwendungen sowie die weitere Verwendungsplanung zwischen dem Autor und der Unterabteilungsleiter P V der Personalabteilung im BMVg abgesprochen wurde. Von "ausgefördert", ebenfalls nebulös, konnte nicht die Rede sein.
3. Für das Jahr 1985/1986 stellt der Rezensent fest: "Das Karriereende war erreicht, wie seine Vorgesetzten urteilten". Beides ist eine freie Erfindung des Rezensenten. Kein Vorgesetzter hat so geurteilt. Vielmehr waren die Vorschläge in der Regelbeurteilung von 1985 für zukünftige Verwendungen weiterhin Leitungsfunktionen im FüS (Militärpolitik, Planung), FüM (Einsatz und Führung) so wie Verwendungen in Internationalen Gremien. Auf diesen Tatbestand hingewiesen, erklärte der Rezensent dem Autor schriftlich, dass seine Behauptung "interpretatorischen Charakter" habe, als "seine Sicht auf das Buch". Der Rezensent bleibt die Logik dieser Interpretation schuldig, die in der indikativen Formulierung eine falsche "Behauptung tatsächlicher Art" ist.
4. Unter der "eigenen Sicht der Dinge" will der Rezensent weiterhin verstehen: "Der Abschied aus der Marine im Jahr 1986 kam auch für ihn plötzlich - als Folge des Personalstrukturgesetzes." Unzweifelhaft ist, dass für niemanden, der nach dem Personalstrukturgesetz in den Ruhestand ging, das "plötzlich kam". Es "kam" überhaupt nicht. Man musste dafür einen Antrag stellen. Der Weggang war gewünscht, planvoll, unter Nutzung der damit verbundenen Vorteile. Der Autor hat auch das ausführlich beschrieben. Außerdem kann der Historiker Möllers, der genaue Kenntnis der Zusammenhänge des damals großes politisches Aufsehen erregenden Vorgangs haben sollte, kaum auf die Idee einer solchen "Interpretation" kommen. Ob es Wissenslücken sind oder Vorsatz, sich aus dieser wenig überzeugenden Darstellung herausreden zu wollen?
5. Der Rezensent stellt zu Recht fest, dass ein Belegapparat (Literatur) fehlt und bemängelt, dass, wie bei ähnlichen Biographien von Soldaten, zu große Rücksichtnahmen auf zeitgenössische Akteure genommen wird. Beides lag in der Absicht des Autors. Der Verzicht auf "Belege" soll dem Fluss des "Erzählens" dienen. Und die "Begegnungen" wollte der Autor als "empathisches Geschehen" darstellen und verstanden wissen. Das Ziel war nicht, journalistische Sensationen anderer Menschen aufzuspüren und zu verbreiten. Der Autor hat seine Biographie, nicht die von anderen geschrieben.
6. Basierend auf seinem interpretatorischen Ansatz kann das Resümee des Rezensenten kaum anders ausfallen, wenn er schreibt: "Es ist eine erschreckend sachliche Lebensbeschreibung mit maritimen Einsichten, die sich eher an ein maritimes Publikum wendet."
7. Völlig unerwähnt lässt der Rezensent die 20 Jahre des Autors, die beschreiben, ob und wie es gelingen konnte, nach einer sehr erfolgreichen Zeit in der Bundeswehr gleichermaßen erfolgreich in der Industrie und in der Wissenschaft zu sein, das, was den Ursprung des Buchtitels ausmacht. Insofern greift die Rezension zu kurz.
Erfreut ist der Autor, dass es schon recht zahlreiche Leser gibt, die das Buch nicht nur in Teilen, sondern ganz gelesen haben. Nicht wenige urteilten: "Mutmachend"
Anmerkung der Redaktion:
Heiner Möllers hat auf eine Replik verzichtet.